An der Tür des Detektivbüros hing eine glitzernde Einladung. Emil Erbse las sie laut vor:
„Kommt mit auf eine geheime Reise im fliegenden Blumenkohl! Treffpunkt: der alte Markt, um Mitternacht.“
Bea Brokkoli staunte. „Mitternacht? Ein fliegender Blumenkohl? Wer steckt da dahinter?“
„Das finden wir heraus“, sagte Emil. „Pack deine Sachen!“
Um Mitternacht war der alte Markt still und dunkel. Nur der Mond schien. Und dort, ganz groß, wartete ein riesiger Blumenkohl mit einem Korb darunter. Daneben stand jemand und lächelte.
„Christel!“, riefen Bea und Emil.
Christel Chicoree winkte. „Willkommen an Bord, ihr Mutigen! Heute fliegen wir bis ans Ende von Gemüseland.“
Sie kletterten in den Korb. Mit einem sanften Ruck hob der Blumenkohl ab. Höher und höher schwebten sie in den Nachthimmel.
Unter ihnen lag das Gemüseland wie eine bunte Spielzeugwelt. Das grüne Salattal glitzerte im Mondlicht. Die Maisfelder sahen aus wie ein riesiges Puzzle. Unten ernteten ein paar Tomaten noch spät am Abend und winkten herauf. Bea und Emil winkten zurück.

Doch dann wurde der Himmel dunkler. Dicke Wolken zogen auf. Der Wind wurde stärker und stärker.
„Festhalten!“, rief Christel. „Es kommt ein Sturm!“
Der Korb schaukelte heftig hin und her. Bea griff nach Emils Hand. Der Regen prasselte, und alle wurden klatschnass.
„Es wird alles gut!“, rief Emil über den Wind. Sein Lächeln machte Bea ein bisschen Mut.
Christel stand ganz ruhig am Steuer. Ihre Hände hielten es fest. „Wir fliegen mitten durch!“, rief sie. Und tatsächlich – langsam ließ der Sturm nach.
Doch kaum war der Sturm vorbei, gab es eine neue Gefahr. In der Ferne spuckte ein Vulkan Asche und glühende Funken in den Himmel. Alles wurde rot und orange.
„Jetzt wird es heiß“, murmelte Christel. Geschickt lenkte sie den Blumenkohl höher, weg von der Asche.
Bea und Emil husteten. Ihre Gesichter waren grau von der Asche, ihre Haare staubig. Aber sie hielten zusammen – und schafften es vorbei am Vulkan.

Endlich war die Luft wieder klar. Christel lenkte den Blumenkohl sanft nach Hause. In der Morgensonne breitete sich das Gemüseland unter ihnen aus. Die kleinen Häuser leuchteten rot, gelb und grün.
„Es sieht aus wie ein Wunderland“, flüsterte Bea.
Unten warteten schon ihre Freunde. Matti Mais und Hanna Hirse winkten herauf.
Mit einem letzten Schaukeln setzte der Blumenkohl auf dem Boden auf. Wackel, wackel – und stand still.
„Das war eine holprige Landung“, lachte Christel. „Aber eine sichere.“
Die Freunde jubelten und umarmten Bea und Emil. „Schön, wieder zu Hause zu sein“, sagte Bea.
„Und noch schöner, das alles erlebt zu haben“, sagte Emil und schaute zum Himmel.
Christel lächelte. „Kommt jederzeit wieder. Der Himmel über Gemüseland hat noch viele Geheimnisse.“
Ende
