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6 – Die große Gemüsedisco

Disco

Die Musik dröhnte, die Lichter blitzten, und das ganze Gemüseland tanzte. Es war die große Gemüsedisco – das schönste Fest des Jahres.

Emil Erbse wirbelte in seinen roten Turnschuhen über die Tanzfläche. Bea Brokkoli klatschte im Takt. Alles war wunderbar.

Doch dann – ZACK! – ging das Licht aus. Die Musik brach ab. Es wurde dunkel und ganz still.

Mitten auf der Tanzfläche stand plötzlich eine düstere Gestalt. Sie war groß und dünn und trug einen dunklen Mantel.

„Ich bin der Dunkle Dill!“, rief die Gestalt mit tiefer Stimme. „Ich habe eure Disco dunkel gemacht. Wollt ihr das Licht zurück? Dann löst mein Rätsel!“

Ein Raunen ging durch die Menge. Alle Gemüse schauten zu Bea und Emil. Wenn jemand das Rätsel lösen konnte, dann die beiden Detektive.

„Wir nehmen die Aufgabe an!“, rief Emil und trat nach vorn.

Der Dunkle Dill lachte und verschwand in einer Rauchwolke. Ein Zettel segelte zu Boden. Emil hob ihn auf und las vor:

„Findet den Kristall, der Licht bringt. Er liegt an einem Ort, der immer wächst und niemals geht.“

Bea dachte nach. „Ein Ort, der immer wächst… das ist ein Garten! Otto Oreganos Garten!“

Schnell liefen die beiden zu Otto. „Ein Kristall, der Licht bringt?“, sagte Otto. „Das ist der Leuchtkristall! Sucht beim alten Birnbaum.“

Bea und Emil gruben am Birnbaum. Sie suchten und suchten. Doch da war nichts.

„Hier ist er nicht“, sagte Emil und wischte sich die Stirn.

Sie suchten beim Kräuterbeet. Nichts. Sie suchten im Kräuterlabor, hoben jeden Topf hoch. Wieder nichts.

Bea seufzte. „Wir suchen schon so lange. Und das Licht ist immer noch weg.“

Da kam Hanna Hirse gelaufen. „Probiert es am alten Brunnen!“, rief sie. „Der ist uralt.“

Am Brunnen entdeckte Emil einen moosigen Stein, der aussah wie ein Hebel. Er zog daran. Mit einem Knarren öffnete sich ein geheimes Fach. Alle hielten den Atem an.

Das Fach war leer.

„Nein!“, rief Bea. Zum ersten Mal klang sie verzweifelt. „Wo ist der Kristall nur?“

Einen Moment lang sagte niemand etwas. Dann setzte Emil sich auf einen Stein und dachte ganz fest nach.

„Hanna sagte: uralt“, sagte er langsam. „Aber der Apfelbaum im Garten ist noch viel älter als der Brunnen. Älter als alles hier.“

Beas Augen leuchteten. „Dann schnell zum Apfelbaum!“

Sie rannten los. Unter dem alten Apfelbaum gruben sie im weichen Boden. Und da – ihre Finger trafen auf etwas Hartes. Eine kleine Kiste.

Bea öffnete sie vorsichtig. Im Inneren lag der Kristall. Er war so groß wie ein Ei und blau wie der Nachthimmel. Bei jeder Bewegung blitzte er in allen Farben.

„Wir haben ihn!“, flüsterte Emil ehrfürchtig.

So schnell sie konnten, liefen sie zurück zur Disco. Alle warteten gespannt im Dunkeln. Emil stellte sich in die Mitte und hielt den Kristall hoch.

Und plötzlich strahlte ein helles Licht aus dem Kristall. Es erhellte die ganze Tanzfläche. Die Lichterketten leuchteten wieder. Die Musik setzte ein.

Die Gemüse jubelten! Und da war auch der Dunkle Dill wieder – doch diesmal lächelte er.

„Ihr habt es geschafft“, sagte er freundlich. „Wisst ihr, ich bin gar nicht böse. Ich wollte nur sehen, ob ihr zusammenhaltet und nicht aufgebt. Und das habt ihr.“

Bea lächelte. „Auch als es schwer wurde, haben wir weitergemacht.“

„Gemeinsam sind wir eben stark“, sagte Emil.

Die Disco ging weiter, schöner als je zuvor. Und sogar der Dunkle Dill tanzte mit – mitten in der fröhlichen Menge.

Ende

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