WUSCH! Eine Zucchini sauste über Emils Kopf hinweg.
WUSCH! Noch eine flog vorbei und landete im Apfelbaum.
Im Gemüseland war etwas völlig Verrücktes passiert: Die Zucchinis von Bauer Fridolin flogen! Wie kleine grüne Raketen schwirrten sie durch die Luft.
„Schnell, runter mit euch!“, rief Emil und duckte sich.
Bauer Fridolin stand mitten im Garten und kratzte sich am weißen Bart. „Ich verstehe das nicht“, sagte er. „Ich habe doch alles gemacht wie immer.“
Bea Brokkoli und Emil Erbse, die Gemüsepolizei, schauten sich um. Da kamen schon Lena Lauch und Ida Ingwer angerannt.
„Dürfen wir mithelfen? Bitte, bitte!“, riefen die beiden.
Ida kniete sich auf den Boden. „Schaut mal!“, sagte sie. „Hier glitzert so ein komischer Staub. Wie Pollen.“
„Vielleicht macht der die Zucchinis fliegen“, überlegte Lena. „Wir sollten Otto fragen. Der kennt sich mit allen Pflanzen aus.“
Bei Otto Oregano im Gewächshaus war es warm und es duftete nach Kräutern. Otto führte sie in eine dunkle Ecke.
„Hier wächst das Flugkraut“, sagte er und zeigte auf eine seltsame Pflanze. „Seine Pollen sind federleicht. Der Wind hat sie wohl über Fridolins Garten geweht. Und schon fliegen die Zucchinis.“
„Aber wie holen wir sie wieder runter?“, fragte Bea.
Dafür holten sie Christel Chicoree und Niki Nuss. Die beiden waren ruhig und kannten sich mit Pflanzen aus.
„Probieren wir es mit Lavendel und Minze“, sagte Christel. Sie mischten ein Spray und sprühten eine Zucchini ein.
Alle warteten gespannt.
Die Zucchini flog munter weiter. WUSCH! Sogar ein bisschen schneller.
„Das war wohl nichts“, seufzte Emil.
„Nicht aufgeben“, sagte Niki ruhig. „Wir versuchen es anders. Mit Kamille. Kamille beruhigt.“
Sie mischten ein neues Spray. Wieder zielten sie auf eine Zucchini. Wieder warteten alle.
Und langsam… ganz langsam… wurde die Zucchini müder. Sie flog tiefer. Und tiefer. Bis sie sanft im Gras landete.
„Es klappt!“, jubelte Ida.
Jetzt hatten alle eine Aufgabe. Das ganze Dorf kam zusammen für die große Zucchini-Jagd. Jeder bekam eine Sprühflasche voll Kamille.
„Auf die Plätze, fertig, los!“, rief Fridolin und blies in seine Tröte.
Was für ein Wirbel! Die kleinen Radieschen kullerten durch die Beete und sprühten dabei in die Luft. Lena warf ihr Seil über die tiefen Zucchinis und zog sie sanft herunter. Ida zielte auf die hohen. Und Matti Mais flitzte hin und her und fing jede Zucchini auf, die herabschwebte.
„Hab ich!“, rief Matti und fing eine direkt vor dem Boden. „Und noch eine!“
Bea und Emil halfen den Kleinsten mit ihren Sprühflaschen. Eine Zucchini nach der anderen landete weich im Gras. Bis endlich keine einzige mehr in der Luft war.
Fridolin schaute über seinen ruhigen Garten und strahlte. „Was für eine Teamarbeit, meine Freunde!“, rief er. „Das müssen wir feiern!“
Und so gab es am Abend ein großes Festmahl – mit ganz viel Zucchini. Diesmal blieb jede schön auf dem Teller.
Ende
